Hubi hat für die Laufgruppe "Bin ich Läufer, oder was?" den 5 Kilometer-Lauf bei der Premiere des Run of Spirit gewonnen (Video der Siegerehrung). In einem beeindruckenden Spurt auf der Zielgerade hängte er seinen Widersacher ab, der sich erst mit dem Startschuss zur Teilnahme entschieden und lief in 18:10 Minuten dazu eine bärenstarke Zeit.

Auch Domi und erstmals Anna liefen beim 5km-Lauf mit, was - wie nicht anders zu erwarten - zu großer Unterhaltung des Publikums führte. Marc, Oli, Ernst und Jochen gingen über die 10 Kilometer an den Start, was vor allem bei Marc und Oli zur Offenlegung eklakanter Schwächen führte. Nicht nur wegen des Erfolges von Hubi, sondern auch wegen der grandiosen Stimmung auf der Zielgerade und im Stift selbst war es eine gelungene Premiere, die auch den Bewohnerinnen und Bewohnern viel Spaß gemacht hat. Weitere Impressionen (Fotoalbum hier), Videos und Ergebnisse finden sich unter weiterlesen... Viel Spaß! Und wer es nicht erwarten kann, hier gehts zum Ergebnisportal von davengo. Viel Spaß!
Hakenfelde wird so langsam zur Läuferinnen- und Läuferhochburg. Nach dem Winterwaldlauf und den Veranstaltungen des VfV Spandau im Stadion Hakenfelde gab es heute zum ersten Mal den Run of Spirit im Evangelischen Johannesstift. Über 500 Läuferinnen und Läufer beteiligten sich an dieser Premiere, die immerhin parallel zum Sky-Run am Alexanderplatz stattfand, der sich inzwischen in der Berliner Laufszene etabliert hat. Das Johannesstift hat die neue Veranstaltung auch sehr intensiv beworben und mit Henry Wanyoike eine Ausnahmeläufer als Zugpferd gewinnen können. Der Kenianer, der als kleiner Junge sein Augenlicht verlor, hält inzwischen zahlreiche Blinden-Weltrekorde und hat z. B. eine Marathonbestzeit von 2:31 Stunden. Über die 10 km, über die er auch heute antrat, liegt seine Bestzeit bei 31:37 Minuten, aufgestellt 2004 bei Paralympics 2004 in Athen. Wanyoike warb mit seiner Teilnahme für ein Projekt in seiner Heimat Kenia. Ein interessantes Interview mit Henry Wanyoike findet sich auf hier auf Leichtathletik.de.
Das alles war uns Läuferinnen und Läufern von "Bin ich Läufer, oder was?" noch gar nicht so deutlich, als wir uns - teilweise erst kurz vor dem Start - zur Teilnahme entschieden. Hubi, Domi und Anna gingen um kurz nach 12 Uhr auf die Strecke des 5km-Fun-Runs, der seinem Namen für uns auch alle Ehre machen sollte... Schon nach der ersten Runde waren Hubi und sein Kontrahent dem Feld schon weit davongelaufen. Interessante Anekdote am Rande ist übrigens, dass sich eben dieser Philipp Dauster erst sehr spät nachmeldete und mit dem Startschuss gewartet wurde, bis er sich in die Startaufstellung platziert hatte. Sicherlich eine gute Idee des Veranstalters, denn so sahen die Gäste und Bewohnerinnen und Bewohner des Johannesstiftes ein packendes Finish auf der Zielgeraden. Ca. 100 m vor dem Ziel konnte sich Hubi absetzen (siehe Foto) und gab den kleinen Vorsprung bis zum Ziel nicht mehr her. Es war sein vierter Sieg seiner Karriere (die vielen Tennis- und Tischtennismatches gegen mich sind da nicht mitgerechnet...), den er erstmals im Kreis der Laufgruppe feiern konnte.
Domi und Anna ließen sich etwas mehr Zeit und Anna genoss wahrscheinlich ihren ersten Wettkampf (zumindest auf Berliner Boden). Auch sie wurde natürlich fleißig angefeuert und so entkamen sie gerade noch der Überrundung durch Hubi. Beide machten sowohl zur Halbzeit des Rennens, als auch auf der Zielgerade einen sehr entspannten Eindruck und Domi ließ es sich natürlich nicht nehmen, auch diesmal Fans und Zuschauer zu grüßen und sich für deren Unterstützung zu bedanken. Im Ziel hatten beide mit 32:49 Minuten die gleiche Zeit und landeten auf den Plätzen 44 und 45 (von 82).
Hubi, Anna und Domi entschlossen sich dann dazu, erst einmal schnell duschen zu gehen, denn bis zum Start des 10 km-Hauptlaufes waren noch 45 Minuten Zeit. Dabei haben sie etwas verpasst, was wirklich einmalig war und was deutlich macht, worin sich dieses Laufereignis in den letzten Jahren von den anderen unterscheiden könnte. Es wurde der "Barrierearme Lauf" gestartet, an dem die Bewohnerinnen und Bewohner mit großer Freude teilnahmen. Auf dem Innenring des Johannesstiftes konnten sie mit Rollstühlen, Gehhilfen, Fahrrädern mit und ohne BegleiterIn vier Runden drehen und wurden dabei von den Anwensenden bejubelt und bewundert. Kurz vor der Siegerehrung des Run of Spirit um 15:30 Uhr (!) kam der "letzte" Teilnehmer des Barrierearmen Laufes ins Ziel. Lothar B. hatte seinen Rolli in der Ecke stehen lassen, die Fahne von Mecklenburg-Vorpommern an die Gehhilfe gemacht und sich dann auf die vier Runden gemacht. Beim Erreichen des Ziel wurde er gefeiert, als hätte er gerade den WM-Titel gewonnen:

Springen wir wieder zurück zur Zeit zwischen 5- und 10 km-Lauf. Die Begeisterung bei den Teilnehmenden des Barrierearmen Laufes war ungebrochen. Trotz des großen Spektakels lauschten viele Besucherinnen und Besucher dem Interview mit dem Spandauer SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz auf der Bühne vor der Stiftskirche. 105,5 Spreeradio-Moderator Toni Schmitt (bekannt von der Parkhausmeile) zeigte sich dabei äußerst gut vorbereitet und so hatte Swen die Gelegenheit von seiner Arbeit im Sportausschuss des Deutschen Bundestages zu berichten. Schmitt zitierte Stiftsvorsteher Martin von Essen, dass Swen Schulz ein "großer Freund und Unterstützer des Johannesstifts" sei.

Swen Schulz war es dann auch, der pünktlich um 13:30 Uhr den Startschuss zur Premiere des Run of Spirits gab. Die ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg. Die anfängliche Verwirrung über den Streckenverlauf (erst große oder erst kleine Runde) war hinfällig, denn bereits nach 20 Meter lief die Spitze des Feldes durch den Haupteingang aus dem Stift hinaus. Einige merkten ihren Fehler, kehrten um und so kam es, dass in der Mitte gestartete Läuferinnen und Läufer für kurze Zeit das Feld anführten. Etwas kuriose Situation und für den Veranstalter vielleicht eine Lehre bei einer Neuauflage den vorausfahrenden Fahrradfahrern (die ich am Start gar nicht gesehen habe) einen Streckenplan mitzugeben. Auch diesem Fauxpas war es zu verdanken, dass ich beim ersten Passieren unseres Fanpunktes auf Platz 8 lag, was sich aber sehr schnell ändern sollte. Die Fotos von mir auf allen drei Runden sprechen Bände und bedürfen eigentlich keiner näheren Erläuterung. So quälte ich mich nach zwei halbwegs schnellen Kilometern (8:44 Minuten nach 2 km) mit 5 Min/km über den Rest der Strecke und hatte von Beginn an schwere Beine. Da ich schon öfter mit Allergie und Schnupfen gelaufen bin, will ich es nicht darauf schieben, denn wenn es gut geht (siehe Parkhausmeile 2007), sage ich es ja auch nicht. Von daher war es heute einfach ein gebrauchter Tag. Um es abzukürzen: Ich kam nach 48:52 Minuten völlig erschöpft im Ziel an und konnte die tolle Stimmung auf der Zielgerade nicht richtig genießen. Allerdings gelang mir dort der einzige Überholvorgang des ganzen Rennens. Am Ende landete ich mit dieser Zeit auf Platz 52 (von 210). Es war wohl die schlechteste jemals über 10 km von mir gelaufene Zeit.
Nicht viel besser erging es Marc. Auch wenn wir beide auf den Fotos beim Laufen und nach dem Laufen nicht annähernd so aussehen wie Hubi, waren das heute doch ganz spezielle Erscheinungen. Marc kam auf Platz 94 ein und brauchte für die flachen 10 km 53:48 Minuten. Nur um einen Eindruck zu vermitteln, wie diese Zeit zu bewerten ist: Beim Berliner Halbmarathon am 5. April 2009 - als vor weniger als 2 Monaten - war lag Marcs 10km-ZWISCHENzeit bei 53:12 Minuten. Aber naja, solche Tage gibt es nun einmal und entsprechend konsterniert und erschöpft waren wir dann auch im Zielbereich, wo wir allerdings trotzdem begeistert von unseren Leuten - inzwischen auch alle zurück vom Duschen - empfangen wurden.

Einen deutlich fitteren Eindruck machten Jochen und Ernst auf der Zielgeraden. Jochen blieb sogar unter einer Stunde (59:27 Minuten und Platz 134) und obwohl Ernst zwischendurch mit Hüftproblemen zu kämpfen hatte, biss er sich durch und erreichte am Ende mit 1:07.52 Platz 191.
Damit begannen dann so langsam die Vorbereitungen für die Siegerehrung, die wir mit großer Spannung erwarteten.

Um kurz nach 15:30 Uhr war es dann soweit: Toni Schmitt betrat die Bühne und mit der Siegerehrung. Die ersten acht Frauen und Männer des 5- und 10km-Laufes sowie der Kinderläufe bekamen Preise, die ersten Drei einen Pokal. So dauerte es noch ein bisschen, bis die Männer über 5 km auf die Bühne gebeten wurden. Als letzter "für die Laufgruppe Bin ich Läufer, oder was? Hubert Bergmann... [Jubel, Pause] Bergemann" wurde Hubi auf die Bühne gerufen:

Hubi gratulierte den Platzierten artig, um dann aus den Händen des dreimaligen Weltmeisters im Modernen Fünfkampf den Pokal überreicht zu bekommen. Auch wenn der Deckel vom Pokal gleich drohte runterzufallen, ein gelungener Auftritt. Allerdings zog Hubi sich eine Mahnung des Moderators zu, da er sich fürs Siegerfoto eher zu mir und nicht zum offiziellen Fotografen drehte. Das gibt mir aber die Gelegenheit, ein Siegerfoto mit Pokal und sebamed-Pflegeprodukten zu präsentieren:

Es folgte noch die Siegerehrung für die 10 Kilometer, über die Henry Wanyoike Dritter wurde. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass er von keinem geringeren als dem besten Berliner Langstreckenläufer Lennart Sponer begleitet wurde, der auf einen eigenen Start verzichtete und stattdesen Henry über das schwere Terrain im Spandauer Forst half und auch bei der Siegerehrung übersetzte, damit Henry den Worten des Stiftsvorstehers Martin von Essen folgen konnte. Dieser rief dann noch einmal zu Spenden für Henrys Projekt auf, bevor er sich von den Anwesenden verabschiedete und versprach, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage des Run of Spirit geben wird. Als kleine Verbesserungsvorschläge würden wir uns eine Wasserverpflegung im Zielbereich wünschen, die bei allen Läufen inzwischen zum Standard gehört, es muss kein alkoholfreies Bier sein. Und auf der Strecke wäre stilles (!) Wasser wirklich liebreizend, die Kohlensäure macht sich immer nicht so gut... Und wenn sich für den Wald noch ein bis zwei weitere Streckenposten auftreiben ließen, wäre das auch nicht übel.
Ich denke, wir werden beim nächsten Mal ganz sicher dabei sein. Diesmal war es schön, dass wir mal wieder mit einer großen Mannschaft dabei waren. Vielen Dank an die treuen Fans für eure Unterstützung und einen schönen Pfingstmontag im Johannesstift. Ich hoffe, wir sehen uns bei der Parkhausmeile wieder, in welcher Eigenschaft ich dann dabei sein werde, wird sich noch zeigen...
 Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. Powered by AkoComment! |