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Wir sind Helden! oder: Oli macht ein paar Tage Urlaub! Drucken Email
20. April 2010 um 22:56
Etwas anmaßend der erste Teil der Überschrift? Ja, stimmt! Aber wenn man es über vier Tage eingeredet bekommt, dann glaubt man es irgendwann oder es kommt einem zumindest in den Sinn, wenn man nach einer Überschrift für einen Bericht zu einem wirklich sehr ereignisreichen und so schnell nicht zu vergessenden Wochenende sucht. Ich werde mal versuchen, die Ereignisse und Erlebnisse des Wochenendes hier so präsentieren, dass man als Leser/in einen Eindruck davon bekommt, wie es gewesen ist, auch wenn das "Dabeisein" natürlich nicht zu toppen ist. Ein Klick auf Weiterlesen und los gehts! Fotos gibt es inzwischen auch endlich...:-)



Wie alles begann...
Die Geschichte dieses - das sei vorweggenommen - einmaligen Wochenendes beginnt spätestens im Februar. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir den Termin des FinalFour-Turniers im Basketball Eurocup in den Kalender eingetragen: 17./18. April 2010 in Vitoria. Der Eurocup ist so etwas wie die neu geschaffene EuropaLeague im Fußball, die ja bis vor kurzem noch UEFA-Cup hieß. Es handelt sich also um den zweithöchsten Wettbewerb auf europäischer Ebene, in den die Basketballer von ALBA Berlin gekommen sind, weil sie sich in der Relegation im entscheidenen Spiel nicht den Platz für die Euroleague (wie Fußball-Champions-League) ergattern konnten.

Im März, als ich den Finaltermin in den Kalender schrieb, waren die Albatrosse allerdings noch einige Siege und schwere Gegner vom Erreichen des Turniers entfernt. Konkreter wurden die Überlegungen dann Ende März als im Viertelfinale gegen Hapoel Jerusalem eben um den Einzug in das FinalFour der besten vier Mannschaften ging. Das Auswärtsspiel in Jerusalem verloren die Berliner nach zwischenzeitlich hohem Rückstand mit "nur" sechs Punkten. Für das Rückspiel in der mit 14.500 Zuschauern bis unters Dach ausverkauften o2-World in Berlin musste also ein Sieg mit mindestens sieben Punkten her. In einem beeindruckenden Spiel gelang dies und so hatte die Mannschaft das Ticket für Vitoria gelöst und für mich ging es jetzt darum, mein "Versprechen" wahrzumachen, mit nach Vitoria zu reisen, wenn sie dort hinkommen.

Das Viertelfinale und die Reisevorbereitung
Bereits aus dem Weg aus der Halle zum Ostbahnhof habe ich also die Homepage von Alba gecheckt und das Angebot für die Fanreise gesehen. Meine Überlegung war eigentlich, dass jeder im Leben einmal mit dem Bus nach Spanien gefahren sein muss. Und da meine Abifahrt nicht nach Loret de Mar (schreibt man das so?), sondern an die fränkisch-bayerische Grenze ging, war ich der Meinung, dass die Zeit für dieses Abenteuer jetzt gekommen wäre... Der Blick auf die Internetseite zerstörte diese "Hoffnung" und Alba bot ein Fanreise-Komplettpaket mit Flug, Transfer, Hotel und Eintrittskarten für 660 Euro im Doppelzimmer (735 Euro im Einzelzimmer) an. Nicht gerade billig, aber zugegeben etwas bequemer als meine Busträume. Und da man sich im Leben ja auch mal was gönnen muss und ich der Meinung war, in der letzten Zeit relativ viel gearbeitet und wenig Urlaub gemacht zu haben, meldete ich mich also an und wartete auf die Unterlagen. Es folgte eine Bestätigungsmail, eine Mail, dass Freitag das Geld abgebucht werden würde und die Reiseunterlagen am Montag verschickt würden. Dienstag Abend hatte ich sie dann in den Händen:
Freitag, 16.04.2010, 11:00 Uhr Flughafen Tegel mit der Lufthansa nach München, von dort um 15:15 Uhr nach Bilbao und von dort Bustransfer nach Vitoria. Eine ziemlich zügige Angelegenheit also. Das Hotel sah auch sehr gut aus und die Eintrittskarten lagen auch dabei. Es konnte also losgehen!

Am Mittwoch Nachmittag ist dann ein Vulkan in Island ausgebrochen und bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich dem nicht mehr Bedeutung als dem berühmten Sack in China zugemessen. In dienstlicher Mission stellte ich dann Donnerstag fest, dass das europäische Luftdrehkreuz London Heathrow wegen einer Aschewolke gesperrt war. Dies galt auch für alle anderen Londoner Flughäfen und führte sogar zu einer kompletten Sperrung des britischen Luftraums. Informationen über den Verlauf der Wolke waren schwer zu bekommen, aber das, was ich im Laufe des Tages las, spielte sich eher im Norden Europas ab und schien für Deutschland keine ernsthafte Gefahr zu werden.

Etwas nervös wurde ich, als ich es hieß, dass der Flughafen Hamburg ab 18:30 Uhr geschlossen wird, denn das ist ja nicht so weit entfernt von Berlin... Ich rief in der Alba-Geschäftsstelle an, um mal zu hören, ob es einen Plan B für die Reise gibt, falls der Flughafen Tegel dicht gemacht werden sollte. Diese Frage konnte mir der Anrufbeantworter aber leider nicht beantworten, so dass ich noch eine Mail und einen Eintrag auf der Facebook-Pinnwand von Alba Berlin folgen ließ. Wenig später war dann der Flughafen Tegel dicht und eine Nachricht von Alba ließ auf sich warten. Ich verbrachte dann die halbe Nacht vor dem PC und beobachtete die Nachrichtenlage, um dann festzustellen, dass der LH-Flug von Berlin nach München annulliert ist. Macht es vielleicht Sinn mit dem Zug nach München zu fahren und auf den Anschlussflug nach Bilbao zu spekulieren? Bezahlt die Lufthansa die Bahnfahrt? Gilt mein Ticket nach Bilbao überhaupt, wenn ich den Flug nach München nicht angetreten habe? Und wie ist es mit dem Rückflug? Verfällt der, wenn man den Hinflug nicht komplett macht? Fragen über Fragen, die man sich sicher im Lufthansa-Service-Center gut hätte beantworten lassen können, wenn... ja wenn, ich denn durchgekommen wäre. 45 Minuten à 0,42 Euro später flog ich aus der Leitung und hatte keine Information bekommen. Um vier Uhr entschied ich dann, mich doch noch ein bisschen hinzulegen und dann zum Flughafen zu fahren, um zu gucken, was passiert.

Der große Tag der Abreise
Etwas später als geplant wurde ich wach und machte mich auf den Weg zum Flughafen Tegel. Dort angekommen empfing mich schon eine Schlange von Menschen, die - wie ich nach einigen Metern feststellte - am Lufthansa-Schalter anstanden, um ihre Tickets umzubuchen, Infos einzuholen oder sich das Geld wiederzuholen. Die Abfertigungsschalter hingegen waren verwaist und ich traf auf eine kleine Gruppe Menschen, die mir stark danach aussahen, als würden sie mein Reiseziel teilen. Nach kurzer Besprechung war dann klar, dass das mit dem Fliegen nichts mehr werden würde und wir uns am Abend in der o2-World zum Public Viewing treffen würden. Es folgte noch der Auftritt einer Geschäftsstellen-Mitarbeiterin von Alba, die uns zwar versicherte, dass sie nach Lösungen suchen würden, aber sie im Moment auch den Rückweg nach Hause empfiehlt.

Der Ursprungsplan wird zum Leben erweckt
Schweren Herzens und enttäuscht ging ich nicht nach Hause, sondern ins Büro, um die Nachrichtenlage von dort zu beobachten und dann keinen Urlaubstag verbraten zu müssen. Gegen 13 Uhr rief Alba dann an und ich sollte "mal auf den neuesten Stand" gebracht werden. Das fand ich eine ziemlich gute Idee, auch wenn mich der Vorschlag etwas ungläubig zurückließ:
"Mit dem Fliegen wird heute nichts, aber es gibt die Möglichkeit, um 17 Uhr mit dem Bus hier von der Geschäftsstelle nach Vitoria zu fahren. Hätten Sie daran Interesse? Bisher fahren 28 Leute mit, es müssen 47 sein."

Ich erbat mir 10 Minuten Bedenkzeit, denn die Aussicht auf eine 24-stündige Busreise war (inzwischen) nicht (mehr) das, was ich mir für das Wochenende vorgestellt hatte. Aber ich hatte es mir vorgenommen und auch in der Gewissheit, dass der Rest der dann folgenden Woche auch gelaufen sein wird, rief ich zurück und sagte meine Teilnahme zu. Die 47 Leute wurden auch gefunden, der Start auf 16 Uhr vorverlegt! Da mit einer unwesentlich längeren Reisezeit zu rechen war als ursprünglich geplant, machte ich mich sobald auf, was zu essen und ein bisschen Proviant zu besorgen, wie sich das für eine ordentliche Busreise gehört: Leibniz Butterkekse (!), viel zu trinken (Wasser übrigens, keine Fassi!), Bananen (!), Ananas (!), Ritter Sport Voll-Nuss (na gut) und Gummibärchen. Wie ich es von meinen Brüssel-Reisen gewohnt war, natürlich in einem Extra-Beutel!

Nachdem ich diese Einkäufe erledigt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Geschäftsstelle von Alba, die sich auf dem Gelände des Jahn-Sportparks und der alten Spielstätte Max-Schmeling-Halle befindet. Dort traf ich schon auf einige gelb gekleidete Menschen, aber von einem Bus war um 15:45 Uhr noch nichts zu sehen. Das änderte sich auch erst um 16:30 Uhr, als schon mehrere Male eine weitere 10-minütige Verspätung aus der Geschäftsstelle kommuniziert wurde.

Immerhin war es ein "Prima Klima"-Bus, mit denen ich durch meine Brüssel- und Straßburg-Fahrten sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Der Einstieg scheiterte noch an zwei Frauen, die uns am Einstieg hinderten. Warum war nicht so deutlich, später wurde gemutmaßt, damit sie als erstes einsteigen und sich die guten Schlafplätze in der letzten Reihe sichern konnten. Nicht bewiesen, jedoch nicht ganz abwägig, da sie dann zuerst einstiegen und ebenda saßen... Wie dem auch sei: Um 16:40 Uhr ging es dann los und es wurden 26 Stunden Fahrzeit prognostiziert, was eine Ankunftszeit gegen 19 Uhr bedeutet hätte. Albas Halbfinalspiel gegen Bilbao war für 20:45 Uhr angesetzt. Es war also nicht viel Zeit zu verlieren. Dieser Tatsache waren sich alle Reisenden bewusst.

Die Reiseleitung drei Reihen hinter mir war schon relativ kurz nach dem Start damit beschäftigt, einen Treffpunkt mit einem weiteren Mitfahrer auszumachen, was bei den anderen auf keine so große Begeisterung stieß, denn man wollte keine weitere Zeit verlieren. Am Rasthof Grunewald nahmen wir dann mit Lars Spannagel einen Journalisten auf, der die Fahrt und vor allem das Geschehen in Vitoria für den Tagesspiegel begleiten sollte. Ich glaube, dass keiner den kleinen Zeitverlust bereut hat, denn ihm verdanken wir es, dass die Daheimgeblieben schon während der Fahrt auf der Homepage des Tagesspiegel über unser Fortkommen informiert wurden und der komplette Bericht ("Dann eben mit dem Bus nach Spanien") in der Sonntags-Ausgabe veröffentlicht wurde und wir damit ein weiteres Andenken an diese Fahrt haben.

Die Geburt der Helden
Da der Reiseverlauf darin ziemlich treffend wiedergeben wird, verzichte ich an dieser Stelle mal auf einen Fahrtbericht. Achso, eine Sache bedarf nicht nur wegen der Wahl der Überschrift Erwähnung: Die selbst ernannte (die wir sonst wohl nicht als solche wahrgenommen hätten) Reiseleitung in der letzten Reihe verkündete bereits nach zwei Stunden, dass wir in Vitoria schon als Helden bezeichnet würden und der Chef der EuroLeague jeden Businsassen, der/die in Vitoria ankommt, persönlich begrüßen möchte. Darüber hinaus würde der Sponsor ein Catering im VIP-Bereich vorbereiten. Und überhaupt seien wir DAS Gesprächsthema. Die Nachricht hatte sich auch über die Fanszene hinaus rumgesprochen und es wurde ein eigenes Twitter-Profil mit dem Namen VitoriaByBus angelegt, das vom vor mir sitzenden Paar gepflegt wurde. 

Spanien
Nachdem wir im Laufe unserer Fahrt durch Frankreich unzählige Maut-Stellen passiert hatten, erreichen wir irgendwann die spanische Grenze. Und so langsam deutete auch das Wetter darauf hin, wo wir uns befinden und wir hielten eifrig Ausschau nach Meer. Irgendwann erspähten wir es auch aus dem Busfenster und auch die Hinweisschilder nach "Vitoria-Gasteiz", unserem Ziel, ließen ein Ende des ersten Teils der Odyssee erahnen.
Nach einem letzten kleinen unnötigen Umweg erreichen wir dann um 17:30 Uhr das Holiday Inn in Vitoria. Nach 24 Stunden und 40 Minuten waren wir also da. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir dann eine Stunde Zeit haben, um einzuchecke und zu duschen, so dass es um 18:30 Uhr dann mit dem Bus zur Fernando-Buesa-Arena ging. Die Arena ist übrigens nach einem spanischen Politiker benannt, der von der spanischen Terrororganisation ETA ermordet wurde.

In der Halle
Als wir in die Halle kamen, lief das 3. Viertel des ersten Halbfinals zwischen Valencia und Athen. Die Spanier führten und man konnte davon ausgehen, dass sie mit der großartigen Unterstützung der in orange gekleideten Fans das Finale erreichen werden, in dem wir natürlich auch die Albatrosse sehen wollten. Auch wenn wir zunächst mit Platz suchen, Banner aufhängen, Getränke holen und ähnlichem beschäftigt waren, entging uns nicht, dass sich der Spieler mit der Nummer 44 von Valencia (Nielsen) direkt vor unseren Augen beim Freiwurf einen Airball leistete, was er einen Tag später allerdings doppelt und dreifach wieder gutmachen sollte... Während des Spiels betraten bereits ein paar Alba-Spieler die Halle, um sich ein paar Minuten des anderen Halbfinals anzusehen. Sie wurden mit großem Beifall von uns empfangen und es war scheinbar auf der anderen Seite des Spielfeldes zu hören. :-) Valencia gewann das  Halbfinale gegen Athen mit 92:80.

Begrüßung und Catering
Kurz nach dem Spiel kam Alba-Geschäftsführer Marco Baldi mit dem CEO der EuroLeague, Jordi Bertmeu, zu uns. Die versprochene persönliche Begrüßung jedes einzelnen Alba-Fans wurde es dann zwar nicht, aber er fand ein paar warme Worte und zollte uns seinen Respekt für die lange Anreise und freute sich, dass wir da sind. Und er verwies auf das kleine Buffet, was kurze Zeit später in der VIP-Lounge (das will man für die VIPs nicht hoffen, dass das die VIP-Lounge war) stattfand.
Wir wurden dann abgeholt und in die Katakomben (schreibt man das so?) des Stadions geführt, wo auf ein paar Tischen ein paar Leckereien und Getränken standen. Das war auch bitternötig, denn trotz (oder wegen?) eines nicht unerheblichen Keks- und Süßigkeitenkonsums während der Busfahrt war die Nahrungsaufnahme im engeren Sinne eher unterdurchschnittlich.


Vom Buffet durften wir uns sogar noch ein paar Getränke mit nach oben in die Halle nehmen. Wie sich später herausstellen sollte, waren die auch bitternötig, denn unsere Stimmen waren schon in der Halbzeit des Alba-Halbfinals arg strapaziert und da hat ein Schluck Wasser schon sehr gut getan. Auf jeden Fall haben wir uns über die nette Geste des Sponsors gefreut und werden auch deshalb Vitoria in guter Erinnerung behalten. Unglaublich auch die Tatsache, dass der spanische Hallensprecher scheinbar kurz vor der Teampräsentation des Alba-Halbfinals relativ ausführlich erzählt. wo wir herkommen und wie lange wir unterwegs waren, was dazu führte, dass sich alle Zuschauer von ihren Plätzen erhoben, sich in unsere Richtung drehten und wie die Verrückten und einige sich sogar verbeugten. Eine schon fast etwas unangenehme Form des Dankes und der Ehre, aber ein weiteres Indiz für die ausgesprochene Gastfreundlichkeit der Spanier.

Es geht los: Das Halbfinale Alba - Bilbao
Nachdem die Nettigkeiten dann ausgetauscht waren, sollte es also endlich losgehen. Das zweite Halbfinale des Eurocups 2009/10 stand auf dem Programm und es wurde der Finalgegner für Valencia gesucht. Nach einer stimmungsvollen Teampräsentation ging Alba gleich mit 4:0 in Führung, nachdem gleich in der erste Szene ein technischen Foul gegen Bilbao gepfiffen wurde. Ich verzichte jetzt mal darauf, das Spielgeschehen näher zu kommentieren, nicht zuletzt deshalb, weil ich es auch gar nicht mehr zusammen bekommen würde. Ich hatte aber - wie schon im Viertelfinalspiel gegen Jerusalem - das Eindruck, dass Alba das Spiel kontrolliert und jederzeit eine Antwort hatte. Lediglich gegen Ende zweifelte ich noch einmal kurz an diesem Eindruck, denn die Spanier kamen auf vier Punkte ran. Es reichte allerdings nicht, insbesondere Rashad Wright und ein überragender Adam Chubb (27 Punkte!) sicherten mit souveränen Freiwürfen in der Schlussphase den 77:70-Sieg im Halbfinale. Der Finaleinzug war also perfekt!


Damit stand Alba zum ersten Mal seit 1995 in einem europäischen Finale. Damals, 1995, besiegten die Albatrosse in der heimischen Deutschlandhalle in einem unglaublichen Spiel Stefanel Mailand und gewannen den Korac-Cup. Und wir konnten nun davon träumen, dabei zu sein, wenn Alba einen weiteren europäischen Titel holt.

So sehen Sieger aus!
Abgesehen davon, dass die Busse nicht zu übersehen waren, sprach sich auch relativ schnell herum, wo der Spielerausgang ist. Wir ließen und das natürlich nicht zweimal sagen und  zogen von "Gate 5" zum Gate 2 und warteten dort auf die Halbfinal-Helden. Einer nach dem anderen schlappte aus der Halle zum Bus und jeder wurde gebührend empfangen. Ein "See you tomorrow" ließ erahnen, dass sich die Spieler zwar freuten, der richtig große Coup allerdings erst noch bevorstehen sollte.... Die Spieler stiegen also nach und nach in den Bus und fuhren dann ins Hotel.

Es stellte sich allerdings die Frage, wie wir Fans eigentlich zurück in unser Hotel kommen. Unser Bus war natürlich längst geparkt, denn die drei Fahrer mussten sich ja auch mal hinlegen, da ja am darauffolgenden Abend bereits die lange Rückfahrt angesetzt war. Nachdem etwas Verwirrung herrschte (inzwischen bei den Fans, die das "Komplettpaket" gebucht hatten, organsisierte die Reiseleitung einen Bus, der uns dann (wohl nicht auf dem schnellsten Weg) zum Hotel brachte. Nach einer Fahrt, bei der man nicht wirklich den Eindruck hatte, dass es sich um eine Stadt handelte und weitgehend Industriegebiet passierte, brach großer Jubel aus, als wir feststellten, dass direkt gegenüber unseres Hotel eine Bar war, die auch geöffnet zu sein schien. Dort wurde noch ein Absacker genommen, bevor es dann ins Bett ging. Es stand schließlich ein wichtiger Tag bevor....

Der Start in den großen Tag
Für 9 Uhr hatten wir uns zum Frühstück verabredet und besprachen dabei den Tagesablauf. Nachdem wir am Tag zuvor bereits nach den Abfahrtszeiten des Busses in die Stadt geguckt hatten, waren wir also ganz gut vorbereitet. Es blieben allerdings die Fragen, wie unser Gepäck in den Bus und wann der Bus zur Halle kommt. Es war selbstverständlich zu einfach zu glauben, die Reiseleitung wüsste das, aber sie hatte immerhin vor, "mal mit den Fahrern zu sprechen". Uns wiederum stellte sich darauf die Frage, wie wir von den Ergebnissen der Unterredung erfahren sollten. Wir nahmen die Sache also selbst in die Hand und vereinbarten mti den Busfahrern, dass wir unser Gepäck um 11 Uhr zum Bus bringen und uns dann auf den Weg in die Stadt machen. Als ich kurz vor elf in die Lobby kam, um den Mädels den Bericht in den Tagesthemen vom Vorabend zu zeigen, hieß es, dass uns der Bus um 11:30 Uhr in die Stadt fährt. Das war zwar eine gute Lösung, aber erfahren hätte ich davon nichts, wenn ich nicht in der Lobby verabredet gewesen wäre. Angeblich war die Reiseleitung alle Zimmer abgegangen...

Also dann alle den Bericht der Tagesthemen und die Fußball-Bundesliga-Ergebnisse des Samstags gesehen hatten, fuhren wir also mit dem Bus in die Stadt. Die hinter mir im Bus sitzenden Jungs sinnierten noch über die nicht ausgetrunkene Flasche Rotwein, die sie sich aus der Bar mit ins Zimmer genommen hatten, da war sie auch schon im Bus umgefallen und der wohl sehr leckere Rotwein bahnte sich den Weg aus den letzten Reihen des Busses langsam nach vorne... Dank schneller Reaktionen konnte schlimmeres verhindert werden und die Pfütze ausgetrocknet werden, so dass nicht zu befürchten war, in einem weingetränkten Bus 24 Stunden nach Berlin fahren zu müssen...

Nachdem wir dann ausgestiegen waren, um uns die Innenstadt von Vitoria anzusehen, machten die Jungs kurzen Prozess, setzen sich in die nächste Straßenbahnhaltestelle (wie man das eben in Berlin so macht...) und tranken die Flasche aus...

Kochfest, Kirchen und Resto
... damit geht es weiter... :-)

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Zuletzt überarbeitet ( 09. Mai 2010 um 15:26 )
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